Die Kiwibeere (Actinidia arguta), auch als Mini-Kiwi oder Scharfzähniger Strahlengriffel bekannt, ist die perfekte Ergänzung für die vertikale Ebene im Waldgarten. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester aus dem Supermarkt ist sie extrem frosthart (bis -30 °C) und ihre Früchte können mit Schale gegessen werden.
1. Merkmale & Wuchs
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Wuchs: Eine starkwüchsige Schlingpflanze (Liane). Ohne Schnitt kann sie 10 bis 15 Meter hoch klettern. Im Waldgarten nutzt sie Bäume oder stabile Rankgerüste als Stütze.
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Blüte: Weiße, herrlich duftende Blüten im Juni.
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Frucht: Etwa walnussgroß, glattschalig (unbehaart) und meist grün, bei manchen Sorten rötlich überhaucht. Sie schmecken deutlich süßer und aromatischer als die großen Kiwis.
2. Standort & Boden
Die Kiwibeere liebt “warme Füße und einen kühlen Kopf” – oder umgekehrt:
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Licht: Vollsonnig für den besten Ertrag und die Süße der Früchte. Halbschatten wird vertragen, mindert aber die Ernte.
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Boden: Sie bevorzugt leicht saure, humose und gleichmäßig feuchte Böden. Kalkreiche Böden mag sie weniger (Gefahr von Chlorose/Gelbfärbung).
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Spätfrostgefahr: Obwohl der Holzkörper sehr frosthart ist, treibt die Kiwibeere früh aus. Die jungen Triebe sind frostempfindlich. Ein geschützter Platz (z. B. eine Ostwand oder im Schutz größerer Bäume) ist ideal.
3. Sortenwahl: Das Bestäubungs-Rätsel
Die meisten Kiwibeeren sind zweihäusig, das heißt, du brauchst eine männliche Pflanze als Bestäuber für die weiblichen „Ertragspflanzen“.
4. Kultur im Waldgarten
Im Waldgarten-Konzept besetzt die Kiwibeere die Schicht der Kletterpflanzen:
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Anbau an Bäumen: Du kannst sie an lichten Bäumen (z. B. einer alten Birne oder Biomasse ) hochranken lassen. Achte darauf, dass sie den Baum nicht “erwürgt” – junge Bäume sind als Stütze ungeeignet.
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Anbau an Pergolen: Hier lassen sich die Früchte am besten ernten, da sie wie Weintrauben herabhängen.
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Mulch: Da Kiwis Flachwurzler sind, lieben sie eine dicke Mulchschicht aus Laub oder Beinwell-Blättern, um den Boden feucht zu halten.
5. Schnitt und Ernte
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Schnitt: Kiwibeeren wachsen extrem schnell. Im Waldgarten schneidet man sie im Spätwinter (Februar), um das Dickicht zu lichten. Im Sommer können zu lange Peitschentriebe eingekürzt werden.
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Ernte: September bis Oktober. Der Clou: Die Früchte reifen nach. Wenn die ersten Beeren weich werden, kann man den ganzen Büschel ernten.
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Haltbarkeit: Im Kühlschrank halten sie sich etwa 2 bis 3 Wochen.
Kulinarischer Tipp für Teetrinker
Die getrockneten Scheiben der Kiwibeere sind ein optisches und geschmackliches Highlight in jedem Früchtetee. Sie bringen eine feine, fruchtige Säure mit.
Wusstest du schon? Kiwibeeren haben pro 100g fast doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen. Sie sind also eine perfekte “Apotheke” für den Herbst.