Die Taglilie (Hemerocallis) ist eine der dankbarsten Pflanzen für den Waldgarten. Während sie in herkömmlichen Gärten meist nur wegen ihrer Schönheit geschätzt wird, ist sie in einem “Edible Forest” ein echtes Schwergewicht: Sie ist fast vollständig essbar, extrem robust und ein hervorragender Bodendecker.
1. Merkmale & Wuchs
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Wuchs: Mehrjährige Staude, die dichte Horste (Büschel) aus grasartigen Blättern bildet. Je nach Sorte wird sie zwischen 30 cm und 1,5 Meter hoch.
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Blüte: Jede Einzelblüte öffnet sich nur für einen Tag (daher der Name). Ein eingewurzelter Horst produziert jedoch über Wochen hinweg ständig neue Knospen.
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Wurzel: Sie bildet fleischige Rhizome und Wurzelknollen, die Wasser und Nährstoffe speichern.
2. Kulinarischer Nutzen
In Asien wird die Taglilie als Feldgemüse großflächig angebaut. Fast alle Teile sind verwertbar:
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Die Knospen: Geerntet, wenn sie noch fest und grün sind. Kurz in Butter gedünstet schmecken sie wie eine Mischung aus grünen Bohnen und Spargel.
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Die Blüten: Sie sind süßlich und knackig. Man kann sie füllen, frittieren oder roh als essbare Dekoration im Salat verwenden.
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Die jungen Triebe: Im zeitigen Frühjahr (ähnlich wie bei der Hosta) können die jungen Austriebe geerntet und als Pfannengemüse verwendet werden.
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Die Wurzelknollen: Die kleinen, hellen Knöllchen schmecken roh nussig und gekocht wie Kastanien.
3. Integration im Waldgarten
Die Taglilie besetzt die Krautschicht und erfüllt dort wichtige ökologische Aufgaben:
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Bodendecker: Durch ihren dichten Wuchs unterdrückt sie Beikräuter extrem effektiv. Sie ist ideal für den Saum unter lichten Bäumen wie der Nashi-Birne oder der Felsenbirne.
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Erosionsschutz: Mit ihrem dichten Wurzelnetz hält sie Boden an Böschungen oder Wegrändern fest.
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Feuerschutz: Da ihre Blätter sehr wasserreich sind, gelten sie in manchen Designs als “Brandschutz-Barriere”, die das Übergreifen von Bodenfeuer bremsen kann.
4. Sortenwahl: Wild vs. Zucht
Nicht alle der tausenden Zuchtsorten schmecken gleich gut. Für den Waldgarten empfiehlt es sich, auf die “Arten” zurückzugreifen: