Pflanzenportrait: Die Hosta

    11/01/2026

    In einem Waldgarten sind Hostas (Funkien) ein echter Geheimtipp. Während sie bei uns meist als reine Zierstauden für Schattenecken bekannt sind, werden sie in Japan (dort „Urui“ genannt) seit Jahrhunderten als geschätztes Frühlingsgemüse angebaut.

    Hier ist das Porträt zur Hosta als essbarer Schattenkünstler:

    1. Die Hosta als „Waldgarten-Spargel“

    Hostas sind perfekt für die Krautschicht unter dichtkronigen Bäumen wie der Esskastanie, wo kaum eine andere Nutzpflanze gedeiht.

    • Was man isst: Geerntet werden die jungen, noch fest eingerollten Austriebe im Frühjahr (April/Mai), die sogenannten „Hosta-Hörnchen“.

    • Geschmack: Eine Mischung aus Spargel, grünem Kopfsalat und einer ganz leichten nussigen Note. Sie sind extrem zart und saftig.

    • Verwendung: Kurz in der Pfanne in Butter gedünstet, gedämpft oder roh im ersten Frühlingssalat. Auch die Blüten im Sommer sind essbar und eine tolle Dekoration.

    2. Essbare Sorten

    Grundsätzlich sind fast alle Hostas essbar, aber es gibt geschmackliche Unterschiede. Die großblättrigen Arten sind meist lohnenswerter:

    • Hosta montana: Der Klassiker aus Japan mit sehr großen, kräftigen Austrieben.

    • Hosta sieboldii / sieboldiana: Diese haben oft ein sehr gutes Aroma und fleischige Triebe.

    • Hosta ‘Fortunei’-Sorten: Ebenfalls sehr bewährt für die Küche.


    3. Das große Problem: Schnecken

    Im Waldgarten ist die Hosta leider oft das „Lieblingssteak“ der Nacktschnecken.

    • Die Gefahr: Da die Hosta im Schatten und oft in feuchtem Mulch wächst, finden Schnecken hier ideale Bedingungen. In einer einzigen Nacht kann eine Pflanze komplett skelettiert werden.

    • Gegenstrategie:

      • Sortenwahl: Wähle Sorten mit sehr dicken, „blauen“ oder ledrigen Blättern (z. B. Hosta sieboldiana ‘Elefantenelefant’). Diese sind für Schnecken schwerer zu fressen.

      • Natürliche Feinde: Fördere Drosseln (wie wir es bei den Vögeln besprochen haben) und Laufkäfer im Waldgarten.

      • Barrieren: Eine Schicht aus scharfkantigem Material (Eierschalen, Sand) oder Schafwollpellets um die Pflanze kann helfen.

    4. Die Gefahr von unten: Wühlmäuse

    Wühlmäuse lieben die fleischigen Wurzelstöcke (Rhizome) der Hostas, besonders im Winter, wenn andere Nahrung knapp ist.

    • Schadbild: Die Pflanze treibt im Frühjahr gar nicht erst aus, weil die Wurzeln unterirdisch komplett abgefressen wurden.

    • Schutzmaßnahmen:

      • Drahtkörbe: Wenn du weißt, dass du Wühlmäuse hast, pflanze die Hostas in Körbe aus engmaschigem, verzinktem Wühlmausdraht.

      • Vergrämung: Pflanze Schnittlauch oder Knoblauch direkt in die Gilde um die Hosta herum – der Geruch schreckt Wühlmäuse oft ab.