Der Szechuanpfeffer (Zanthoxylum simulans oder Zanthoxylum piperitum) ist ein außergewöhnliches Gehölz für den Garten, das in den letzten Jahren immer beliebter wurde. Er ist kein echter Pfeffer, sondern gehört kurioserweise zu den Rautengewächsen – und ist damit enger mit der Zitrone verwandt als mit schwarzem Pfeffer.
1. Merkmale & Erscheinungsbild
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Wuchs: Ein sommergrüner, dorniger Strauch oder kleiner Baum, der 2 bis 4 Meter hoch werden kann.
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Besonderheit: Die Äste und Stämme sind mit markanten, flachen Dornen besetzt. Sogar auf den Blattrippen sitzen oft kleine Stacheln.
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Blätter: Gefiedert und sehr dekorativ. Beim Zerreiben verströmen sie ein intensives Zitrusaroma.
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Blüte: Unscheinbare gelb-grüne Blüten im Frühsommer.
2. Das Gewürz: Mehr als nur Schärfe
Das Besondere am Szechuanpfeffer ist nicht die Schärfe, sondern das Gefühl im Mund.
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Die Kapseln: Verwendet werden ausschließlich die getrockneten roten Fruchtkapseln. Die schwarzen Samen im Inneren schmecken sandig-bitter und werden meist entfernt.
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Der “Mala”-Effekt: Der Inhaltsstoff Sanshool verursacht ein prickelndes, leicht taubes Gefühl auf Lippen und Zunge (Parästhesie). In der chinesischen Küche nennt man diese Kombination aus Betäubung und Schärfe “Mala”.
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Aroma: Zitronig-holzig mit einer leicht pfeffrigen Note.
3. Standort & Pflege
Szechuanpfeffer ist erstaunlich robust und passt gut in hiesige Gärten.
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Licht: Vollsonnig bis halbschattig. Je mehr Sonne, desto intensiver das Aroma der Früchte.
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Boden: Er ist anspruchslos, bevorzugt aber durchlässige, humose Böden. Staunässe sollte vermieden werden.
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Winterhärte: Gut winterhart (bis ca. -20°C). Junge Pflanzen freuen sich in den ersten Jahren über einen leichten Frostschutz an der Basis.
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Ernte: Im Spätsommer/Herbst, wenn sich die grünen Beeren tiefrot verfärben und aufspringen.
4. Bedeutung für den Waldgarten & Permakultur
Im Waldgarten erfüllt der Szechuanpfeffer mehrere Funktionen:
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Barriere-Pflanze: Durch seine starken Dornen eignet er sich hervorragend für „wehrhafte“ Hecken, die unerwünschte Gäste (oder Tiere) fernhalten.
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Insektenweide: Die Blüten sind klein, locken aber eine Vielzahl von Schwebfliegen und Bienen an.
5. Tipps für die Praxis
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Schnitt: Er verträgt Rückschnitt sehr gut. Da er am zweijährigen Holz fruchtet, sollte man ihn jedoch eher behutsam auslichten statt radikal schneiden.
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Vorsicht bei der Ernte: Trage wegen der Dornen unbedingt feste Handschuhe! Ein bewährter Trick: Breite ein Tuch unter dem Strauch aus und klopfe die Zweige vorsichtig ab, wenn die Kapseln reif und offen sind.
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In der Küche: Röste die leeren Kapseln kurz in einer Pfanne ohne Fett an, bevor du sie im Mörser zerstößt. Das setzt die ätherischen Öle schlagartig frei.
Wusstest du schon? Auch die jungen Blätter sind essbar! In Japan werden sie als Kinome fein gehackt in Suppen oder zu Fischgerichten gegeben. Sie haben ein sehr feines, frisches Zitrus-Aroma ohne das starke Prickeln der Früchte.