Grüner Spargel (Asparagus officinalis) ist eine der dankbarsten Kulturen für den Übergang zwischen Market Gardenund Waldgarten. Im Gegensatz zum weißen Spargel muss er nicht mühsam “gestochen” werden, da er über der Erde wächst und einfach abgeschnitten wird. Einmal etabliert, liefert ein Spargelbeet bis zu 15–20 Jahre lang Ertrag.
1. Standort und Vorbereitung
Spargel ist eine Investition in die Zukunft. Da er so lange am selben Ort bleibt, muss die Vorbereitung perfekt sein:
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Licht: Vollsonnig bis lichter Halbschatten. Im Waldgarten passt er gut an den Südrand, wo er vor kalten Winden geschützt ist.
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Boden: Er liebt lockeren, humosen und tiefgründigen Sandboden oder sandigen Lehm. Staunässe ist sein größter Feind (Wurzelfäule).
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Vorbereitung: Da Spargel ein Starkzehrer ist, solltest du das Beet im Herbst vor der Pflanzung tiefgründig lockern und massiv mit reifem Kompost oder gut verrottetem Mist anreichern.
2. Das Anlegen (Die Graben-Methode)
Man pflanzt grünen Spargel meist als einjährige “Kronen” (Wurzelstöcke) im März oder April.
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Graben ziehen: Hebe einen Graben von ca. 20–25 cm Tiefe und 30 cm Breite aus.
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Abstand: Zwischen den Reihen 1,20 m bis 1,50 m Platz lassen (das wirkt anfangs viel, aber die Pflanzen werden riesig). In der Reihe ca. 30–40 cm Abstand.
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Pflanzen: Forme am Boden des Grabens einen kleinen Erdwall. Lege die Spargelkrone darauf und breite die Wurzeln wie Spinnenbeine gleichmäßig zu den Seiten aus.
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Zuschütten: Bedecke die Kronen zunächst nur mit ca. 5–10 cm Erde. Wenn die ersten Triebe im Sommer wachsen, füllst du den Graben nach und nach bis zum Bodenniveau auf.
3. Geduld: Die Ernte-Etappen
Du darfst den Spargel nicht sofort im ersten Jahr voll abernten, sonst erschöpfst du die Wurzel:
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1. Jahr: Gar nicht ernten. Die Pflanze muss Energie für den Wurzelstock sammeln.
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2. Jahr: Nur eine sehr kurze Erntezeit (ca. 2 Wochen) oder gar nicht.
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Ab dem 3. Jahr: Volle Ernte bis zum 24. Juni (Johannistag). Danach muss der Spargel “durchtreiben”, um Photosynthese für das nächste Jahr zu betreiben.
4. Spargel im Waldgarten-Design
Wenn die Erntezeit vorbei ist, verwandelt sich der Spargel in eine wunderschöne, filigrane Waldgarten-Pflanze:
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Das Spargelkraut: Er wächst bis zu 1,50 m hoch und bildet feine, farnartige Wedel. Das sieht im Hintergrund deiner Staudengruppen (z. B. mit Taglilien) fantastisch aus.
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Stützfunktion: Im Waldgarten können die hohen Spargelwedel als natürliche Stütze für leichte Kletterpflanzen wie die Wicke dienen.
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Chop and Drop: Im Spätherbst, wenn das Kraut gelb und trocken wird, schneidest du es bodennah ab. Es ist ein hervorragendes Mulchmaterial für deine Erdbeeren, da es sehr luftig ist.
5. Tee-Potenzial: Die Spargelwurzel
In der traditionellen Heilkunde wird besonders die Wurzel (Rhizom) genutzt:
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Wirkung: Stark entwässernd und reinigend (klassische Frühjahrskur).
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Anwendung: Ein Dekokt (Abkochung) der Wurzel wirkt unterstützend bei Harnwegsinfekten.
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Beeren: Weibliche Pflanzen bilden im Herbst rote Beeren. Diese sind giftig für uns, aber eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel im Winter.
6. Mischkultur-Partner
Spargel hat im Market Garden sehr gute Freunde:
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Erdbeeren: Da der Spargel tief wurzelt und die Erdbeere flach, nutzen sie unterschiedliche Bodenschichten.
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Tomaten: Das im Spargel enthaltene Asparagin wirkt positiv auf das Wachstum von Tomaten, während die Tomaten den Spargelkäfer fernhalten können.
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Basilikum: Ein toller Bodendecker zwischen den Spargelreihen