Der Anbau von Schnittblumen im Market Garden oder als Randkultur im Waldgarten („Slow Flowers“) ist eine ästhetische und ökonomische Bereicherung. Im Gegensatz zur Industrieware produzierst du duftende, pestizidfreie Blumen, die die Artenvielfalt fördern.
1. Strategie: Die drei Säulen eines Bouquets
Ein guter Schnittblumen-Gärtner pflanzt nicht nur Blüten, sondern denkt in Kategorien, um harmonische Sträuße binden zu können:
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Fokus-Blumen (Die Stars): Große, auffällige Blüten.
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Beispiele: Dahlien, Zinnien, Sonnenblumen, Pfingstrosen.
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Begleitblumen (Die Füller): Kleinere Blüten, die Volumen geben.
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Beispiele: Kornblumen, Schleierkraut, Ringelblumen, Löwenmäulchen.
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Grün & Struktur (Das Skelett): Verleihen dem Strauß Halt und Natürlichkeit.
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Beispiele: Eukalyptus (einjährig), Gräser, Minze-Stängel, Frauenmantel-Blüten.
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2. Integration: Wo baust du sie an?
Im Market Garden (Einjährige)
Hier nutzt du die standardisierten Beete (z. B. 75 cm Breite). Der Anbau erfolgt oft in Sätzen: Du säst alle 2–3 Wochen neu, um den ganzen Sommer über frische Blumen zu haben.
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Tipp: Verwende Stütznetze (horizontal gespannt), damit die Stiele bei Wind nicht knicken und gerade wachsen.
Im Waldgarten (Mehrjährige & Gehölze)
Hier nutzt du die dauerhaften Strukturen.
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Gehölzschnitt: Zweige der Felsenbirne oder der Zierquitte sind im Vorfrühling wunderbare Schnittblumen-Elemente.
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Stauden: Frauenmantel, Taglilien (nur für Kurzzeit-Deko) und Phlox liefern Jahr für Jahr Ertrag.
3. Top-Pflanzen für deinen Teegarten-Schnittblumen-Mix
Da dein Fokus auf Tee liegt, kannst du “Doppelnutzer” wählen – Blumen, die im Strauß glänzen und getrocknet in den Tee wandern:
Schnittblumen im eigenen Garten zu haben, bedeutet, den perfekten Zeitpunkt abzupassen:
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Tageszeit: Immer am frühen Morgen ernten, wenn die Pflanzen noch prall mit Wasser gefüllt sind.
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Schnittstadium: * Die meisten Blumen (z. B. Sonnenblumen, Zinnien) werden geerntet, wenn sie fast ganz offen sind.
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Andere (z. B. Pfingstrosen, Mohn) schneidet man bereits im „strammen Knospenstadium“, wenn die Farbe gerade sichtbar wird.
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Versorgung: Sofort nach dem Schnitt in einen Eimer mit sauberem, lauwarmem Wasser stellen (Deep Hydration).
5. Ökonomie: Der “Slow Flower” Vorteil
Wenn du Blumen verkaufst oder verschenkst, punktest du durch:
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Duft: Industrieware duftet oft nicht mehr (weggezüchtet für Transportfähigkeit).
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Haltbarkeit: Deine Blumen haben keine tausenden Kilometer Flugreise hinter sich.
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Ökologie: Du bietest Lebensraum für Bestäuber, während herkömmliche Schnittblumen oft eine schlechte CO₂-Bilanz haben.
Mein Tipp für den Waldgarten-Schnitt:
Nutze die Karde als strukturelles Element in Herbststräußen. Die getrockneten Köpfe halten ewig und verleihen dem Bouquet eine wilde, architektonische Note.