Im Waldgarten und Market Garden nehmen Rosen eine Doppelrolle ein: Sie sind wunderschöne Bienenweiden, liefern wertvolle Hagebutten für deine Wintertees und ihre Blütenblätter sind ein Highlight in jeder Teemischung.
Damit du beim Schnitt nicht den Überblick verlierst, teilt man Rosen in Schnittgruppen ein. Das Ziel im Waldgarten ist meist ein natürlicher Wuchs, doch ein gezielter Schnitt fördert die Blühfreude und Gesundheit.
Die 3 Regeln vorab
-
Zeitpunkt: Geschnitten wird traditionell zur Forsythienblüte (März/April). Dann ist der starke Frost vorbei.
-
Werkzeug: Nutze eine scharfe, saubere Schere. Ein schräger Schnitt kurz oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe (“Auge”) verhindert, dass Wasser auf der Schnittfläche steht.
-
Das “Tote” muss weg: Alles, was braun, erfroren oder vertrocknet ist, wird bis ins gesunde (grüne) Holz zurückgeschnitten.
Die Schnittgruppen im Detail
Gruppe 1: Einmalblühende Rosen (Wildrosen & Historische Rosen)
Diese Rosen blühen nur einmal im Frühsommer am vorjährigen Holz.
-
Beispiele: Hagebuttenrose (Rosa canina), Essigrose, viele Kletterrosen.
-
Schnitt: Im Frühjahr fast gar nicht schneiden. Nur Totholz entfernen und zu dichte Sträucher leicht auslichten.
-
Warum? Wenn du sie im Frühjahr stark schneidest, entfernst du die Blütenanlagen und damit auch deine spätere Hagebutten-Ernte.
Gruppe 2: Öfterblühende Beet- und Edelrosen
Diese Rosen treiben im selben Jahr aus und bilden an den neuen Trieben Blüten.
-
Beispiele: Teehybriden, Floribundarosen.
-
Schnitt: Kräftig zurückschneiden! Lasse etwa 3 bis 5 starke Triebe stehen und kürze diese auf 15–30 cm (ca. 3–5 Augen) ein.
-
Warum? Je stärker der Rückschnitt, desto kräftiger der neue Austrieb und die Blüte.
Gruppe 3: Öfterblühende Strauch- und Kletterrosen
Sie bilden das Gerüst deines Waldgartens.
-
Schnitt: Nur moderat einkürzen. Die Haupttriebe bleiben bestehen. Die Seitentriebe, an denen die Blüten saßen, werden auf ca. 2–3 Augen eingekürzt.
-
Verjüngung: Alle paar Jahre einen der ganz alten, grauen Haupttriebe bodennah entfernen, um Platz für junge, vitale Triebe zu machen.
Rosen im Waldgarten-Kontext
Besonderheit: Die Wildrose (Hagebutten-Lieferant)
Im Waldgarten lassen wir Wildrosen oft völlig frei wachsen. Sie bilden dichte Dickichte, die ideal für Vögel sind. Wenn sie zu groß werden, nutzt man das “Auf-Stock-Setzen”: Alle 5–8 Jahre wird der gesamte Strauch ca. 20 cm über dem Boden abgesägt. Er treibt im nächsten Jahr extrem vital wieder aus.
Ein kleiner Tee-Tipp: Wenn du Rosenblätter trocknest, achte darauf, dass sie keinen Kontakt zu Metall haben (Nutze Holzsiebe), damit die Farbe leuchtend bleibt.