Die Pekannuss (Carya illinoinensis) ist die „Königin der Hickory-Nüsse“. Lange Zeit galt sie als reiner Exot aus Nordamerika, doch durch den Klimawandel und neue Züchtungen rückt sie nun auch in den Fokus für europäische Waldgärten und große Hausgärten. Du findest sie bei uns links im hinteren Drittels des Waldagrtens. Aktuell sind in diesem Bereich die Biomassebäume eingekürzt und ausgelichtet.
1. Merkmale & Wuchs
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Erscheinung: Ein sommergrüner Baum, der in seiner Heimat bis zu 30–50 Meter hoch wird (in Europa meist kleiner, etwa 15–20 Meter). Er bildet eine ausladende, prachtvolle Krone.
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Blätter: Große, unpaarig gefiederte Blätter (ähnlich wie die Walnuss, aber schmaler und zahlreicher). Im Herbst färben sie sich leuchtend goldgelb.
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Wurzel: Er bildet eine sehr tiefe Pfahlwurzel. Das macht ihn standfest, aber das Umpflanzen nach einigen Jahren fast unmöglich.
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Früchte: Die Nüsse sitzen in einer grünen Außenhülle, die bei Reife braun wird und aufspringt. Die Nuss selbst hat eine glatte, dünne Schale, die sich oft mit der Hand knacken lässt.
2. Standortansprüche & Klima
Die Pekannuss braucht vor allem eines: Wärme.
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Licht: Volle Sonne ist ein Muss.
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Wärmesumme: Sie benötigt lange, heiße Sommer, damit die Nüsse ausreifen. In kühleren Regionen (z.B. Norddeutschland) reifen viele alte Sorten nicht verlässlich aus.
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Boden: Tiefgründig, nährstoffreich und gut wasserversorgt. Pekannüsse wachsen in der Natur oft in Flussauen (vertragen aber keine dauerhafte Staunässe).
3. Sortenwahl für Mitteleuropa
Für unseren Raum sind vor allem die sogenannten “Northern Pecans” (nördliche Herkünfte) interessant. Sie sind frosthärter (bis -25°C bis -30°C) und haben eine kürzere Reifezeit.
Wichtiger Hinweis zur Befruchtung: Pekannüsse sind windbestäubt, aber oft “diklin”. Das bedeutet, die männlichen Pollen werden zu einer anderen Zeit freigesetzt, als die weiblichen Blüten empfängnisbereit sind. Man sollte daher idealerweise zwei verschiedene Sorten (Typ I und Typ II) pflanzen, um eine gute Ernte zu garantieren.
4. Rolle im Waldgarten & Ernte
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Überständer: Aufgrund seiner Größe nimmt die Pekannuss oft die oberste Schicht (Kronenschicht) im Waldgarten ein.
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Nährwert: Pekannüsse haben einen sehr hohen Fettgehalt (ungesättigte Fettsäuren) und schmecken milder und süßer als Walnüsse.
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Ernte: Oktober bis November. Wenn die Hüllen aufspringen, fallen die Nüsse zu Boden. Sie müssen zügig aufgesammelt und nachgetrocknet werden, um Schimmel zu vermeiden.
5. Pekannuss vs. Walnuss
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Vorteil Pekan: Die Schale ist dünner, der Kern lässt sich leichter im Ganzen entnehmen (“Halbkerne”). Der Geschmack ist weniger herb (kaum Bitterstoffe in der Haut).
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Nachteil Pekan: Der Ertrag beginnt oft erst nach 8 bis 12 Jahren (später als bei modernen Walnusssorten). Sie braucht deutlich mehr Platz.
Tipp für den Kauf: Achte unbedingt darauf, eine veredelte Sorte zu kaufen. Sämlinge (aus einer Nuss gezogen) brauchen oft 20 Jahre bis zur ersten Ernte und die Qualität der Nüsse ist Glückssache.