Beerensträucher durch Stecklinge Vermehren

    11/12/2025

    Die Vermehrung über Stecklinge ist eine der effizientesten Methoden, um deinen Waldgarten kostengünstig zu erweitern. Man unterscheidet dabei hauptsächlich zwischen Steckhölzern (verholzt, im Winter) und Stecklingen (krautig/halbreif, im Sommer).

    Hier ist der kompakte Plan für deine Beerensträucher:


    1. Welche Beerensträucher eignen sich?

    Fast alle gängigen Beerensträucher lassen sich hervorragend vermehren:

    • Sehr einfach: Johannisbeeren (Schwarz, Rot, Weiß), Jostabeere, Holunder, Maulbeere.

    • Einfach: Stachelbeere, Feige (in milden Lagen), Aronia (Apfelbeere).

    • Etwas anspruchsvoller: Heidelbeeren (brauchen saures Substrat), Sanddorn.


    2. Die Methode: Steckholz (Wintervermehrung)

    Dies ist die stressfreieste Methode für dich und die Pflanze. Sie erfolgt während der Saftruhe.

    • Wann: Zwischen November und Februar (an frostfreien Tagen).

    • Wo: Direkt ins Beet (an einen geschützten Platz) oder in Töpfe im Freien.

    • Wie:

      1. Schneide einjährige, bleistiftdicke Triebe ab.

      2. Zerteile sie in ca. 15–20 cm lange Stücke.

      3. Das untere Ende wird knapp unter einer Knospe gerade geschnitten, das obere Ende schräg über einer Knospe (damit Wasser abläuft).

      4. Stecke das Holz zu 2/3 tief in die Erde. Nur die obersten 1–2 Knospen sollten herausschauen.

      5. Im Frühjahr treiben sie aus und bilden gleichzeitig Wurzeln.


    3. Die Methode: Steckling (Sommervermehrung)

    Diese Methode nutzt die volle Energie der Wachstumsphase.

    • Wann: Juni bis August.

    • Wo: In Töpfen mit Anzuchterde, idealerweise unter “gespannter Luft” (Folie oder Glas darüber, um die Feuchtigkeit hochzuhalten).

    • Wie:

      1. Schneide ca. 10 cm lange Triebspitzen ab, die an der Basis schon leicht fest (halbreif) sind.

      2. Entferne die unteren Blätter, lass nur die obersten 2–3 stehen (große Blätter evtl. halbieren, um Verdunstung zu reduzieren).

      3. In ein Sand-Erde-Gemisch stecken und hell (aber keine pralle Sonne!) aufstellen.

      4. Regelmäßig sprühen. Nach 4–6 Wochen haben sich meist Wurzeln gebildet.


    4. Besonderheit: Brombeeren & Himbeeren

    Diese vermehren sich oft “von selbst”, aber du kannst nachhelfen:

    • Himbeeren: Hier nutzt man Wurzelschnittlinge oder Ausläufer im Herbst/Frühjahr.

    • Brombeeren: Absenker sind hier am besten. Biege einen langen Trieb im Sommer zum Boden, fixiere ihn mit einem Draht in der Erde und bedecke ihn mit etwas Erde. Bis zum Herbst bildet er an der Kontaktstelle Wurzeln. Dann kannst du ihn von der Mutterpflanze trennen.


    5. Tipps für den Erfolg

    • Die richtige Seite: Achte unbedingt darauf, wo oben und unten ist (Knospen zeigen immer nach oben).

    • Substrat: Verwende magere Anzuchterde. Zu viel Dünger verhindert die Wurzelbildung, da die Pflanze “faul” wird.

    • Weidenwasser: Ein natürlicher Trick für Hartnäckige: Weidenzweige klein schneiden und 24h in Wasser einlegen. Die darin enthaltenen Auxine (Hormone) fördern das Wurzelwachstum deiner Stecklinge massiv.


    Vergleichstabelle

    Methode Zeitpunkt Vorteil Beste Pflanzen
    Steckholz Winter (Ruhe) Kaum Pflege nötig, robust Johannisbeere, Holunder, Josta
    Steckling Sommer (Wuchs) Schnelles Ergebnis Heidelbeere, Stachelbeere
    Absenker Sommer/Herbst 100% Erfolgsgarantie Brombeere, Weinreben