Das Teilen von Stauden ist eine der wichtigsten Techniken im Waldgarten und Market Garden, um Pflanzen vital zu halten und gleichzeitig den Bestand kostenneutral zu vergrößern.
1. Warum Stauden teilen? (Die 3 Hauptgründe)
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Verjüngung: Viele Stauden (z. B. Minzen, Frauenmantel oder Taglilien) vergreisen nach 3 bis 5 Jahren in der Mitte. Sie blühen weniger und werden kahl. Das Teilen wirkt wie eine Verjüngungskur: Die Pflanze bildet neue, vitale Wurzeln und Triebe.
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Vermehrung: Im Waldgarten brauchen wir große Mengen an Bodendeckern (wie Erdbeeren oder Lungenkraut), um das Gras zu verdrängen. Durch Teilen machst du aus einer Mutterpflanze drei bis fünf neue Pflanzen für deine Gilden.
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Wuchskontrolle: Manche Stauden (vor allem Minzen oder Beinwell) werden zu dominant. Durch das Teilen und Entnehmen von Teilstücken hältst du sie an ihrem zugewiesenen Platz.
2. Der richtige Zeitpunkt
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Frühjahrs-Blüher (z. B. Bärlauch, Lungenkraut): Teilst du am besten im Spätsommer oder Herbst, nachdem sie eingezogen sind.
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Sommer- und Herbstblüher (z. B. Minzen, Taglilien, Melisse, Frauenmantel): Teilst du idealerweise im zeitigen Frühjahr, sobald die ersten grünen Spitzen aus der Erde schauen. Dann haben sie die ganze Saison Zeit, um an ihrem neuen Standort anzuwurzeln.
3. Einteilung nach Staudengruppen (Wurzeltypen)
Je nach Wurzelform gehst du unterschiedlich vor:
4. Durchführung im Waldgarten (Schritt-für-Schritt)
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Vorbereitung: Schneide die Pflanze vor dem Teilen etwa um die Hälfte zurück (reduziert die Verdunstung).
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Ausheben: Hebe den gesamten Wurzelballen großzügig aus.
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Trennen: Bei lockeren Stauden kannst du sie mit den Händen auseinanderziehen. Bei harten Horsten (wie der Taglilie) nutzt du einen scharfen Spaten oder ein altes Brotmesser.
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Aussortieren: Wirf das alte, verholzte Mittelstück auf den Kompost oder nutze es als Chop and Drop Mulch. Nutze nur die vitalen Außenstücke zum Wiedereinpflanzen.
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Einsetzen & Angießen: Pflanze die Teilstücke sofort wieder ein und drücke die Erde gut an.