Hunde im Waldgarten

    11/09/2025

    In einem klassischen Garten sind Hunde geliebte Begleiter, doch im speziellen Konzept eines Waldgartens oder eines Market Gardens (Gemüsebau) gibt es gewichtige Gründe, warum ihr Aufenthalt dort oft kritisch gesehen oder sogar untersagt wird. Das hat weniger mit einer Abneigung gegen Tiere zu tun, sondern mit dem Schutz des sensiblen Ökosystems und der Lebensmittelhygiene.


    1. Hygiene und Lebensmittelsicherheit

    Dies ist der wichtigste Punkt, besonders wenn du bodennahes Gemüse (Salate, Kräuter für Tee) oder Fallobst erntest.

    • Krankheitserreger: Hundekot und Urin können Parasiten (z. B. Spulwürmer, Bandwürmer) sowie Bakterien (E. coli, Salmonellen) enthalten. Da im Waldgarten vieles roh verzehrt wird, ist das Risiko einer Kontamination zu hoch.

    • Urin-Schäden: Der hochkonzentrierte Stickstoff im Hundeurin „verbrennt“ junge Pflanzen und empfindliche Kräuter. Zudem möchte niemand Kräuter für einen Heiltee ernten, an denen zuvor ein Hund markiert hat.


    2. Störung der ökologischen Nischen

    Ein Waldgarten basiert darauf, dass sich Wildtiere (Vögel, Eidechsen, Erdkröten, Nützlinge) ansiedeln.

    • Prädationsdruck: Allein die Anwesenheit (Geruch und Bewegung) eines Hundes signalisiert „Raubtier“. Das schreckt Vögel davon ab, tief im Gebüsch zu brüten, und vertreibt nützliche Eidechsen oder Kröten, die eigentlich deine Schnecken fressen sollen.

    • Bodenbrüter: Viele Nutzvögel, die im Waldgarten wichtig sind, brüten bodennah. Ein neugieriger Hund kann eine ganze Brut zerstören, ohne sie direkt zu beißen, einfach durch Stress und Störung.

    3. Nitrat-Eintrag

    Waldgärten sind oft fein ausbalancierte Systeme. Wenn ein Hund regelmäßig im Garten sein „Geschäft“ verrichtet, führt dies zu einem punktuellen, unkontrollierten Überangebot an Stickstoff. Das bringt das Nährstoffgleichgewicht (besonders bei Schwachzehrern wie Kräutern) durcheinander und kann das Bodenleben lokal schädigen.


    5. Vergiftungsgefahr für den Hund selbst

    Es ist nicht nur der Garten vor dem Hund zu schützen, sondern auch der Hund vor dem Garten:

    • Giftpflanzen: Viele Pflanzen im Waldgarten sind für Menschen essbar, für Hunde aber giftig (z.B. Weintrauben/Rosinen sind für Hunde hochgiftig, ebenso wie bestimmte Zwiebelgewächse).

    • Düngemittel: Auch organische Dünger wie Rizinus-Schrot oder Hornspäne können für Hunde gefährlich oder zumindest ungesund sein, wenn sie diese fressen.


    Bitte halte deinen Hund an der Leine, wenn du den Waldgarten besuchst.