Mulchen im Market Garden

    15/05/2025

    Im Market Garden ist die Nutzung von Gras-Klee-Mulch (oft auch als „Cut-and-Carry“-Mulch bezeichnet) eine der effektivsten Methoden, um Bodenfruchtbarkeit aufzubauen, während man gleichzeitig Unkraut unterdrückt. In einem System, das auf Handarbeit und intensiver Nutzung basiert, wirkt dieser Mulch wie eine Düngung in Zeitlupe.

    1. Das Kraftpaket: Warum Gras + Klee?

    Die Mischung ist entscheidend, da beide Komponenten unterschiedliche Aufgaben übernehmen:

    • Der Klee (Stickstoff-Quelle): Klee ist eine Leguminose. In seinen Wurzeln fixiert er Stickstoff. Wenn du den Klee mähst und als Mulch ausbringst, wird dieser Stickstoff beim Verrotten extrem schnell für dein Gemüse (z. B. Starkzehrer wie Kohl oder Kürbis) verfügbar.

    • Das Gras (Kohlenstoff & Struktur): Gras liefert die nötige Cellulose und Struktur. Es zersetzt sich langsamer als Klee und bildet eine physische Barriere, die den Boden vor Sonne schützt und Unkraut unterdrückt.

    • Das Verhältnis: Ein idealer Mulch hat ein ausgewogenes Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis). Reiner Grasschnitt verfilzt oft und wird schleimig; die Kleemischung lockert das Material auf und beschleunigt die Humusbildung.


    2. Vorteile im Market Garden

    • Unkrautunterdrückung: Eine 3–5 cm dicke Schicht verhindert das Keimen von Lichtkeimern. Das spart Stunden an Jätarbeit.

    • Feuchtigkeitsmanagement: Unter der Mulchschicht bleibt der Boden auch im Hochsommer kühl und feucht. Die Verdunstung wird um bis zu 70 % reduziert.

    • Aktivierung des Bodenlebens: Regenwürmer lieben Gras-Klee-Mulch. Sie ziehen das Material in ihre Gänge, verdauen es und produzieren hochwertigen Wurmhumus direkt an den Wurzeln deines Gemüses.


    3. Anwendung: So machst du es richtig

    Damit der Mulch nicht zum Problem wird, solltest du diese Regeln beachten:

    1. Anwelken lassen: Bring das Material niemals klatschnass und frisch gemäht in dicken Schichten auf. Lass es einen halben Tag in der Sonne anwelken. Das verhindert Fäulnis und Schimmelbildung.

    2. Die Schichtdicke: * Bei Jungpflanzen: Nur 1–2 cm (sonst „erstickst“ du sie).

      • Bei etablierten Kulturen: 5 cm sind ideal.

    3. Abstand zum Stängel: Lass immer einen kleinen Spalt (ca. 2 cm) zwischen dem Mulch und dem Stängel der Pflanze (z. B. bei Tomaten oder Paprika), um Stammfäule zu vermeiden.

    4. Samenfreiheit: Mähe die Fläche, von der du den Mulch holst, bevor das Gras oder der Klee aussamen. Sonst säst du dir das „Unkraut“ direkt in dein Gemüsebeet.


    4. Die Schattenseite: Das Schnecken-Problem

    Im Market Garden ist dies die größte Herausforderung. Eine dichte Mulchschicht ist das ideale Versteck für Nacktschnecken.

    • Strategie: Wenn du ein Schneckenjahr hast, mulche erst, wenn die Pflanzen bereits groß und robust genug sind.

    • Alternative: Mulche in sehr trockenen Phasen. Die Schnecken bleiben dann eher passiv, während deine Pflanzen unter dem Mulch von der Feuchtigkeit profitieren.


    5. Integration: Woher kommt das Material?

    In einem cleveren Design nutzt du die Wege im Waldgarten oder Randstreifen als „Mulch-Produktionsflächen“.

    • Säe eine Mischung aus Weißklee und Weidelgras auf deine Fahrwege oder zwischen die Baumreihen im Waldgarten.

    • Mähe diese Flächen regelmäßig mit dem Fangkorb und bringe das Material direkt in den Market Garden. So transferierst du Nährstoffe aus den tiefen Schichten der Bäume (via Klee/Gras) direkt in deine Gemüsebeete.


    Zusammenfassung für den Market Garden

    Effekt Ergebnis
    Düngung Kostengünstiger Stickstoff-Transfer
    Bodenschutz Verhindert Verschlämmung bei Starkregen
    Arbeitszeit Weniger Gießen, weniger Jäten